Unser Gamble trägt das sehr seltene Roan Gen (Rn). Das bestätigte nun ein offizieller Test beim LABOKLIN Labor für klinische Diagnostik GmbH & Co. KG.
Pferde, die das Roan-Gen tragen, werden auch als stichelhaarige Pferde oder Farbwechsler bezeichnet. Sie haben durch das Roan-Gen (Rn) eine starke Einstreuung von weißen Haaren in das farbige Haarkleid. Die Einstreuung wird wie bei der dominant weißen Farbe und bei mehreren Formen der Scheckung auf eine Mutation des KIT-Locus zurückgeführt.
Dasselbe Gen ist übrigens beim Tobiano, der dominant weißen Farbe des Pferdes und bei der Sabinoscheckung mutiert. Wenn ein Pferd für eines dieser vier Gene reinerbig ist (das Gen also zweimal hat), kann es keines der beiden anderen Gene haben. Wenn es nicht reinerbig ist, kann es höchstens zwei dieser Veranlagungen haben. Nahebei auf demselben Chromosom liegt der Extension-Locus des Pferdes, so dass die Fuchsfarbe oft gemeinsam mit der stichelhaarigen Farbe vererbt wird.
Die Stichelhaarigkeit entsteht, weil während der Embryonalentwicklung nicht ausreichend Stammzellen der Melanoblasten (Vorfahren der farbstoffbildenden Zellen) aus der Neuralleiste auswandern, so dass viele Haarzwiebeln nach Abschluss der Fötalentwicklung keine Melanozyten erhalten haben, die Farbstoffe produzieren könnten. Die Haare, denen diese Zellen fehlen, bleiben deshalb weiß.
In mehreren Studien konnten nur mischerbige Roans nachgewiesen werden, also Fälle, in denen nur eine Kopie des Gens vorhanden ist. Man geht deshalb davon aus, dass reinerbige Fohlen, die von beiden Elternteilen das Roan-Gen bekamen, nicht überlebensfähig sind und bereits im Mutterleib absterben. Die Häufigkeit des Gens liegt in den Rassen, in denen es überhaupt auftritt, unter 5 %. Aus diesem Grund werden nur selten zwei stichelhaarige Elterntiere miteinander gepaart werden, und das Fehlen von bekannten reinerbigen Pferden kann deshalb auch Zufall sein.

